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Urlaub in Hampi Teil 1

Da nun schon länger nichts mehr von mir kam, kommen jetzt mehrere Teile über meinen, unseren ersten Urlaub in Hampi, der für mich persönlich eher doof war. Dazu später mehr.
Eine Landschaft so völlig anders als die, welche wir gewohnt sind.
Als wir am Abend des 27.9. in den Zug nach Hampi stiegen, wusste ich absolut nicht, was mich erwarten würde. Wenn man in Deutschland Zug fahren will, geht man ins Internet, bucht sich ein Ticket, druckt es aus und fährt los. Hier in Indien ist das Ganze ein wenig anders, nicht nur dass man eine Indische Kreditkarte braucht, um sich ein Ticket über das Internet zu buchen, nein, es kann auch sein, dass das Ticket aus Platzgründen einfach nicht „confirmed” wird. Dann hat man auf gut Deutsch Pech gehabt. Bei uns wurde das Ticket auf der Hinfahrt nur halb „confirmed”, heißt, dass wir jeweils zu zweit einen Sitzplatz hatten, was eine wirklich krasse Herausforderung darstellte, weil die Sitze nicht wirklich bequem oder breit sind und man 11 Stunden fährt. Zum Glück verzichtete eine Studentengruppe auf ihre Liege und wollte lieber unseren Sitzplatz haben und so konnten Leo und ich uns zu zweit eine Liege teilen. Naja, komfortabel ist anders.


Die Sicht direkt aus der offenen Tür.
Außerdem sind in den Zügen durchgehend die Türen sowie die Fenster offen was tagsüber eine sehr gute Sache ist, da die Temperaturen auch mal gut und gerne über die 34-Grad-Marke klettern. Nachts ist das Ganze ein bisschen anders. Ich muss zugeben, ich habe gefroren wie lange nicht mehr. Man denkt ja immer, Indien wäre so warm, am Tag ist es das auch, aber in der Nacht kühlt es ab und wenn man gewohnt ist, immer bei 30 Grad mit kurzer Hose und T-Shirt sowie Flip-Flops umherzustreunern, dann wird es auf einmal in der Nacht bei 18 Grad wirklich kalt! Das sind Sorgen, die in Deutschland eher lächerlich klingen, aber man stellt sich schnell um und da kommen einem Temperaturen unter der 20-Grad-Marke wirklich kalt vor! Ich muss aber sagen, mit zwei Schals als Decken habe ich es irgendwie überstanden. Ich glaube, die Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub hat mich auch ein wenig gewärmt.
Als wir in den Bahnhof Hospet (15 km entfernt von Hampi ) einfuhren fing auf einmal ein Mann an, wie wild neben unserem Zug her zu rennen und schließlich aufzuspringen. Ich war wirklich perplex bis sich herausstellte das er ein Rikscha Fahrer ist und durch sein sofortiges aufspringen mehr Kunden bekommt. Das war eine Sache, da habe ich gemerkt, dass sie in dieser Touristenregion wirklich um die Kunden kämpfen müssen. Bei uns in Hyderabad ist das nicht ansatzweise so schlimm. Man wird zwar auch ab und an angesprochen, aber durch ein kurzes Hand schütteln und ein „No” fahren die meisten weiter ihrer Wege. In Hampi war das nicht so. Hier wurde man geradezu belagert, bis man ein Rikscha nahm oder sich weit genug entfernt hatte.

Als wir dann schließlich aus dem Zug ausgestiegen waren, entschieden wir uns noch zum Frühstück in das Heimatdorf einer unserer Mitarbeiterinnen zu fahren.
Wir mit unserer Mitarbeiterin Raji.
(Sie wohnt 5 km entfernt von Hampi und hat zur gleichen Zeit wie wir Urlaub bekommen, weil ein größeres Festival anstand, was sie mit ihrer Familie feiern wollte). Das Dorf unserer Haushälterin ist ungefähr 400 Seelen groß und es war wie ein Schock, von der stinkenden, lauten Stadt in diese kleine Idylle zu kommen, wo ringsherum Bananenplantagen waren und die Reisfelder das Bild der Landschaft prägten. Das Dorf heißt übrigens Kadirampura. Ein wirklich netter Besuch, der sich aber wenig auf Konversationen zurückführen lässt, weil die Familie unserer Mitarbeiterin kein Englisch spricht.

Als wir danach zu den Sakhi Mädchen fuhren, die auch über die Freunde zur Frauenrechtsorganisation Sakhi vermittelt wurden,  (Sakhi ist die Schwester Organisation zu unserer Organisation) war es mittlerweile schon 4 Uhr und wir wollten doch endlich einmal in unser Hostel und das als so schön beschriebene Hampi sehen. Als wir endlich ankamen, war es schon fast dunkel und wir gingen sehr zeitig schlafen, weil die Hinfahrt mit ihren Strapazen wirklich ihren Tribut forderte. Wir waren hundemüde!
Ich schreibe bald mehr, für heute muss das reichen.

Bis bald,

Euer Merlin

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